Eine-Wochen-Route: Split nach Dubrovnik unter Segeln
Der klassische Törn von Mittel- nach Süddalmatien. 120 Seemeilen, 7 Stopps, jeder mit gutem Grund. Die ehrliche Version, nicht die Marketingfassung.

Split–Dubrovnik ist die kanonische Charterroute in Dalmatien. Aus gutem Grund beliebt: Sie fahren die Inseln an, von denen jeder gehört hat (Hvar, Korčula, Mljet), enden in einer von der UNESCO geschützten Festungsstadt, und die Etappen sind kurz genug für entspannte Nachmittage an Land.
Gesamtdistanz: rund 120 Seemeilen. Realistisches Tagespensum: 15–25 sm, sodass Sie gegen 14–15 Uhr am Anker liegen.
Die Route ist One-way (Sie zahlen 200–400 € One-way-Gebühr an den Charterbetreiber) und startet in den Marinas Split oder Trogir.
Tag 1 (Samstag): Bootsübergabe, Übernachtung in Split
Der Charterwechsel in Kroatien läuft Samstagnachmittag bis Samstagmorgen. Einchecken zwischen 17 und 19 Uhr, Übergabe (2 Stunden), Provianteinkauf im örtlichen Supermarkt und Übernachtung in der Marina.
Verlassen Sie die Marina am Samstagabend nicht. Sie sind von der Anreise müde, das Tageslicht schwindet, und Sie brauchen die Nacht, um den Einkauf abzuschließen und die Crew einzuweisen.
Distanz: 0 sm. Übernachtung: ACI Split oder wo auch immer Sie das Boot übernommen haben.
Tag 2 (Sonntag): Split → Hvar Town (25 sm)
Eine etwas längere erste Etappe, aber nötig, um nach Süden zu kommen. Ablegen bis 10 Uhr. Route: südlich aus dem Split-Kanal, um die Westspitze von Brač (Stopp in Milna auf einen Kaffee, 12 sm), dann SO nach Hvar Town (weitere 13 sm).
Hvar Town ist die Partyinsel Kroatiens. Stari Grad auf der Nordseite ist die ruhigere Alternative für Familien oder Paare, die Altstadtatmosphäre DJs vorziehen.
Marina-Optionen: Kai von Hvar Town (150–250 €/Nacht, wer zuerst kommt), ACI Palmizana auf Sveti Klement auf der anderen Seite der Bucht (100–180 €, 20 Min. mit dem Dinghy in die Stadt).
Ankerplätze: Zaraće (Südseite Hvar), Vinogradišće auf Sveti Klement — kostenlos, aber begrenzter Halt.
An Land: Aufstieg zur Festung Spanjola zum Sonnenuntergang, Abendessen in der Altstadt. Wer das volle Programm will, läuft zum Carpe Diem.
Tag 3 (Montag): Hvar → Vis (22 sm)
SO-Überfahrt zur Insel Vis, der abgelegensten bewohnten Insel Mitteldalmatiens. Jahrzehntelang als jugoslawische Militärbasis gesperrt, erst 1989 geöffnet — fühlt sich unverändert an.
Route: um die Südspitze von Hvar an Palmižana vorbei, dann 22 sm SSW nach Vis Town oder Komiža an der Westküste.
Vis Town liegt geschützt an der Ostseite, ist ruhiger. Komiža im Westen ist das klassische Fischerdorf, malerischer, dem Jugo stärker ausgesetzt.
Marina: Vis Town hat eine kleine ACI-Marina (~100–150 €/Nacht). Komiža hat einen Stadtkai (wer zuerst kommt, 50–80 €).
An Land: Titos Höhle (Bunkerwanderung ab Komiža), Bucht Stiniva an der Südküste (von vielen als schönster Strand Kroatiens bewertet — gehen Sie bei Sonnenaufgang, vor den Tagesausflüglern). Abends: Pojoda oder Roki’s in Vis Town für Hummer-Spaghetti — 90 % der Charter-Crews machen das.
Abstecher: Blaue Grotte auf Biševo, einen Vormittag wert. Früh los (vor 10 Uhr), um den Ausflugsbooten zu entgehen.
Tag 4 (Dienstag): Vis → Korčula (30 sm)
Der längste Tag. Ablegen bis 9 Uhr. Route: OSO von Vis, südlich an Lastovo vorbei (optional Übernachtung, wenn Sie off-grid wollen, atemberaubend, aber plus ein Tag), dann nach Norden nach Korčula Town. Insgesamt 30 sm.
Korčula ist die mittelalterliche ummauerte Stadt auf der Nordseite der Insel Korčula, wegen der Architektur manchmal „kleines Dubrovnik“ genannt.
Marina: ACI Korčula (120–180 €/Nacht) oder Anker in der Bucht Luka auf der Südseite und mit dem Dinghy rein.
An Land: auf den Stadtmauern zum Sonnenuntergang (Schwerttanz Moreška donnerstags in der Hochsaison), essen im Filippi oder LD Restaurant.
Tag 5 (Mittwoch): Korčula → Mljet (18 sm)
SO zur Westspitze von Mljet (Pomena), wo Sie den Nationalpark Mljet betreten: Salzwasserseen, Kloster auf einer Insel mitten im großen See, Wanderwege.
Liegeplatz: Der Nationalpark berechnet 30–60 €/Nacht für Mooringbojen in Polače oder Pomena. Alternative: Anker in Okuklje an der Südküste (außerhalb des Parks, kostenlos).
An Land: Fahrrad in Polače leihen, 3,5 km zum großen See, baden, mit dem Kajak zur Klosterinsel. Planen Sie mindestens einen halben Tag ein.
Tag 6 (Donnerstag): Mljet → Elafiti (Šipan) (20 sm)
O entlang der Südküste von Mljet, dann N zum Elafiti-Archipel. Šipan ist die größte Elafit-Insel, kleine Marina in Šipanska Luka, ruhige Fischerdorfatmosphäre.
Ankerplatz: Šipanska Luka ist geschützt. Alternative: Polače auf Lopud oder die Bucht von Lopud.
An Land: zu Fuß quer über Šipan (1 Stunde) nach Suđurađ, ein anderes Dorf. Šipan ist berühmt für Olivenöl — eine Flasche für zu Hause kaufen.
Tag 7 (Freitag): Elafiti → Dubrovnik (10 sm)
Kurze Schlussetappe SO nach Dubrovnik. Die meisten Betreiber wollen Sie freitags bis 17 Uhr in ihrer Marina haben, um mit der Samstags-Vorbereitung beginnen zu können.
Marina: ACI Dubrovnik liegt 4 km nördlich der Altstadt (Taxi oder Bus für den Abend). Alternative: Anker vor der Insel Lokrum direkt vor der Stadt und mit dem Dinghy rein — romantisch, aber verlangt eine Ankerwache.
An Land: Stadtmauern begehen (vor 16 Uhr da sein, bevor die Kreuzfahrtflut einsetzt), Sundowner im Buža Bar außerhalb der Mauern. Abendessen im Proto oder 360°.
Bootsübergabe: Samstagmorgen, 9 Uhr. Boot reinigen, Schlüssel übergeben, Taxi zum Flughafen Dubrovnik (DBV, 30 Min.).
Distanzen und tägliche Segelzeit
| Tag | Etappe | sm | Segelstunden (Ø 6 kn) |
|---|---|---|---|
| So | Split → Hvar | 25 | ~4 h |
| Mo | Hvar → Vis | 22 | ~3,5 h |
| Di | Vis → Korčula | 30 | ~5 h |
| Mi | Korčula → Mljet | 18 | ~3 h |
| Do | Mljet → Elafiti | 20 | ~3,5 h |
| Fr | Elafiti → Dubrovnik | 10 | ~2 h |
| Gesamt | 125 sm | ~21 h |
Bleiben ~6 Stunden pro Tag für Baden, Lunchstopps, Erkundung.
Varianten
- Weinland Korčula ergänzen: einen zweiten Tag auf der Südseite (Lumbarda) bei den Grk-Winzern.
- Lastovo ergänzen: Elafiti-Tag streichen, von Korčula SW nach Lastovo (20 sm), diese extrem ruhige Insel erkunden, dann O nach Mljet oder direkt nach Dubrovnik (25 sm).
- Umgekehrte Richtung: Dubrovnik → Split. Etwas härter (oft gegen den vorherrschenden Maestral), dafür Ende in der größeren Stadt mit besseren Flugverbindungen.
- Bosnien-Herzegowina ergänzen: von Dubrovnik N nach Neum (Bosniens winziger Küstenort) für eine Nacht als Exotikum. Grenzpapiere nötig — Charterbetreiber muss informiert sein.
Praktische Hinweise
- Kraftstoff: rechnen Sie mit 200–350 € pro Woche. Auf den dalmatinischen Inseln überwiegend Diesel, tanken in ACI-Marinas.
- Wasser: Dusch-Disziplin an Bord. Wasser alle 2–3 Tage auffüllen.
- Einkauf: Split und Dubrovnik haben vollwertige Supermärkte (Konzum, Tommy). Dazwischen eher Dorfläden mit begrenzter Auswahl.
- Geldautomaten: größere Orte (Hvar, Korčula, Dubrovnik). Auf kleineren Inseln nur Bargeld vom Boot oder EUR mitbringen.
FAQ
F: Geht diese Route mit einem Katamaran? Ja, Kats sind für die flache Einfahrt zu den Mljet-Seen sogar bevorzugt. Tiefgang prüfen (typisch 1,1–1,5 m).
F: Wie ist das Wetter? Maestral von Split nach Dubrovnik weht meist N bis NW, nützlich hinter den Inseln, gelegentlich Am-Wind-Etappen. Bura-Risiko vor allem im Frühling und Herbst. Vor einem langen Schlag immer den 48-Stunden-Vorhersage checken.
F: Wie viel Bargeld brauchen wir? Für eine Crew von 4–6: 800–1.200 € in bar (Kroatien ist zu 80 % kartenfreundlich, aber Marina-Transitgebühren sind manchmal nur bar, Mooringgebühren an Ankerplätzen immer).
F: Müssen wir Marinas im Voraus buchen? In der Hochsaison Juli–August nehmen ACI-Marinas (Split, Palmižana, Korčula) Reservierungen 2–4 Tage vorher — lohnt sich. In der Nebensaison morgens anrufen.
F: Können wir einen Stopp auslassen? Jeder steht für sich. Vis auszulassen streicht den abenteuerlichsten Tag; Mljet auszulassen den besten Naturtag. Korčula und Dubrovnik sind auf der klassischen Route gesetzt.


